NOTIZEN zu Moderation und Moderationstraining
Hier finden Sie in chronologischer Folge, Beiträge zu Themen rund um die BusinessModeration, die aus welchen Gründen auch immer, gerade "aufpoppen". Die "Notizen"-Seite wird regelmäßig unregelmäßig ergänzt.
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Viel Spaß beim Sichten ...
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Eva Seifert
Das Fotoprotokoll - Die Visitenkarte danach
Ein Fotoprotokoll besteht vor allem aus Fotos, deshalb heißt es ja auch Fotoprotokoll, oder englisch: Photominutes. DIE Voraussetzung für ein gutes Fotoprotokoll sind also gute Fotos. DIE Voraussetzung für gute Fotos gibt es allerdings nicht - aber: Man kann schon einiges tun, um gute Vorlagen für ein Profi-Protokoll zu bekommen. Das beginnt beim richtigen Papier und endet beim richtigen Bearbeitungsprogramm.
Papier, Stifte & Co.
Besonders schlecht zu lesen ist schwarze Schrift auf schwarzem Hintergrund, oder
anders ausgedrückt: auf den Kontrast kommt es an! Je mehr Helligkeitsunterschied
zwischen Hintergrund und Vordergrund ist, desto besser kann man die Visualisierung
lesen und später auch fotografieren. Optimal sind also helle Papiere auf denen man mit dunklen Stiften schreibt - im Idealfall also buchstäblich „schwarz auf weiß“! Das nicht ausrottbare, braune „Packpapier“, von dem Moderationsnostalgiker nicht abzubringen sind, ist also bestenfalls die zweite Wahl. Je dunkler, desto schlechter für das Profi-Protokoll. Der beste Fotoapparat und die beste Bearbeitungssoftware können einen
Kontrast, den es nicht gibt nicht herstellen. Was die Schreibfläche, also das Papier, angeht, muss der Tipp also lauten: „Je weisser, desto besser!“
Ach ja, da sind ja noch die Stifte. Hier gilt natürlich das Umgekehrte; je dunkler der
Stift, desto besser. Und es kommt hinzu, dass ein MODERATIOns-Stift mehr Fläche
erzeugt, als ein Stift mit „spitzer Spitze“! Der ästhetische Aspekt ist also nur ein Grund, sich für die „Moderationsschrift“ zu entscheiden, der andere ist, dass die Kamera nur etwas abnehmen kann, was auch auf dem Papier ist. Man könnte fast sagen, je fetter der Strich, desto mehr „Futter“ hat die Kamera und später das Bearbeitungsprogramm … und am Ende der Betrachter des Fotoprotokolls.
Zu guter letzt: Alte Stifte mit abgeschriebenem, ausgefranstem Filz und/oder eingetrockneter Tusche geben im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr her und wie gesagt, was nicht aufs Papier kommt, kann von dort später auch nicht abgenommen werden …
Die Ausrüstung
Für die Erstellung eines Fotoprotokolls kann man mit dem neuesten Digi-Cam-Handy,
aus der Hüfte, einige Fotos schießen und diese dann sofort via MMS ins Büro funken.
Dort werden die Aufnahmen im PC mit Powerpoint oder Word zu einem Fotoprotokoll
zusammengestellt und sogleich per eMail an die Teilnehmer versandt. Alternativ kann man die Seiten auch ins Web stellen, wo jeder Teilnehmer sie sich herunterladen kann. Zu futuristisch? O.k., dann hier die solide Variante: Zur Erstellung professioneller Fotoprotokolle richtet man sich am besten ein kleines „Studio“ ein. Wenn das für Sie nicht möglich ist, machen Sie zu der im Folgenden skizzierten Idealausstattung einfach so viele Kompromisse, wie nötig. DigiCam & Co. Die Fotos für das Fotoprotokoll entstehen heute selbstverständlich digital. Handelsübliche, digitale Kleinbildkameras stellen eine ausreichende Auflösung, von 1 bis 2 Mio. Pixel zur Verfügung und das ist für ein Fotoprotokoll völlig ausreichend.
Wichtig ist allerdings eine gute, gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes, die hilft Schatten zu vermeiden. Dies ist am effektivsten mit großen Blitzgeräten zu realisieren - wie man sie vom Fotografen kennt - die ein diffuses Licht erzeugen. Um die Qualität konstant zu halten und nicht von Foto zu Foto Unterschiede zu produzieren, empfiehlt es sich mit einem Stativ zu arbeiten und die einmal gewählte Einstellung konstant zu lassen.
Das Programm
Zur Erstellung professioneller Fotoprotokolle ist der Einsatz eines leistungsfähigen EDV-Tools zu empfehlen. Der Standard dürfte hier das Programm "PhotoMinutes" sein. Das Programm ist speziell für diesen Zweck ausgelegt und enthält alle Features, für ein bequemes und flottes Arbeiten, auch für ungeübte Anwender.
Weitere Infos zum Fotoprotokolle-Programm „PhotoMinutes“ finden Sie im Internet
auf der Hompage des Herstellers unter www.photominutes.com
Fragen zum Thema Fotoprtokoll? - Gerne!
Ihre Eva Seifert
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© MODERATIO 2010
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Rene Borbonus
Fragensteller sind Weichensteller
„Wer nicht fragt, bleibt dumm“, diesen Spruch kennen wir alle schon aus der Sesamstraße. Und Rhetorik-Experten bezeichnen die Frage als Königin der Dialektik. Die Frage nimmt im Bereich der Kommunikation und der Redekunst
eine ganz entscheidende Rolle ein. Wer eine gute Antwort will, muss eine gute Frage stellen. Werfen wir deshalb einmal einen Blick auf die unterschiedlichen Arten von Fragen und ihre jeweiligen Wirkungen.
Wer fragt, der führt
Es heißt nicht umsonst: Wer fragt, der führt. Und wer gut führt, dem wird der Gesprächspartner auch gerne folgen. Da verhält es sich in der Kommunikation nicht anders als beim Tanz… Hinsichtlich des Fragens gilt es, sich unbedingt von übereilten und allen negativen Vorurteilen zu verabschieden. So bspw. auch von der Annahme, dass jemand,
der fragt, dumm sei. Fast immer ist genau das Gegenteil der Fall. Fragen sind überdies sehr wichtig, um klare Antworten zu bekommen, Informationen zu generieren und eigene Interpretationen überprüfen zu können.
Gezielt gestellte Fragen bewirken eine angenehme Vertrauensbasis beim Gesprächspartner und verschaffen uns
ganz nebenbei auch noch Zeit, die nächsten Gedanken zu formulieren. Durch Fragen stellen wir unsere Gesprächspartner in den Mittelpunkt, woraus nicht selten positive Motivationseffekte resultieren. Mit den verschiedenen Fragetechniken erzielen wir dabei unterschiedliche Ergebnisse, wodurch wir einen
Gesprächsverlauf günstig beeinflussen können.
Farbe bekennen – die geschlossene Frage
Grundsätzlich werden Fragen zwei Kategorien zugeordnet: den offenen und den geschlossenen Fragen. Bei der geschlossenen Frage kann der Gesprächspartner nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten. Demnach beginnt die Frage auch mit einem Hilfsverb oder einem Verb. „Werden Sie an meinem Seminar teilnehmen?“ oder „Hat Ihnen das Abendessen geschmeckt?“ sind solche Fragen. Daher eignen sich geschlossene Fragen besonders zum Herbeiführen von Entscheidungen, zum Reduzieren der Wahlmöglichkeiten und zum Priorisieren. Dabei können wir innerhalb der geschlossenen Fragen etwa die Informationsfrage („Wo wohnen Sie?“) von der Alternativfrage („Wünschen Sie das Thesenpapier zu Beginn oder lieber am Ende des Vortrags?“) unterscheiden.
Diese Freiheit geb’ ich dir – die offene Frage
Mit offenen Fragen sprechen wir unserem Gegenüber eine Einladung aus, ausführlicher zu erzählen und zu berichten. Offene Fragen lassen dem Partner die Freiheit, was und wie viel er antworten möchte. Fast alle Fragen, die mit einem W beginnen, sind offene Fragen. Die klassischen WFragen beginnen mit: wer – was – wie – wo – wann.
Eine Frage mit „warum“ zu beginnen ist währenddessen oftmals weniger vorteilhaft. Denn die Antwort auf eine Warum-Frage beinhaltet meist eine subjektive Meinung. Es fließen demnach Einstellungen und persönliche berzeugungen in die Antwort mit hinein. Hiermit provozieren wir also oftmals subjektive Interpretationen und Spekulationen.
Mal langsam – die Gegenfrage
Als Beispiel vorab ein Interview nach einer Wahl in Deutschland: Reporter: Gibt es in Ihrer Fraktion jetzt eine Führungsdiskussion? Politiker: Was für’n Ding? Reporter: Eine Führungsdiskussion. Politiker: Was verstehen Sie darunter? Reporter: Dass jetzt in Ihrer Fraktion über die Neubesetzung von Führungspositionen geredet wird… Politiker: Ist jemand aus meiner Fraktion auf Sie zugekommen? Reporter: Nein. Politiker: Sind Sie selbst Mitglied in meiner Partei? Reporter: Nein. Politiker: Na also. (aus Udo Kreggenfeld: Direkt im Dialog) In meinem Artikel „Schwierige Gespräche perfekt meistern“ habe ich bereits auf die Wirksamkeit von Gegenfragen hingewiesen.
Sie ist eine wirklich sehr gute Möglichkeit, um Hintergrundinformationen zu bekommen oder einen ursprünglichen Einwand zu ändern bzw. zu entschärfen. Außerdem gewinnen Sie auf jeden Fall Zeit, und das kann im Gespräch
oder während einer Rede, insbesondere in brenzligen Situationen, von entscheidendem Vorteil sein.
Das Salz in der Redesuppe – die rhetorische Frage
Die so genannten rhetorischen Figuren sind raffiniert und suggestiv: Bundestagswahlkampf, auf irgendeiner Wahlkampfveranstaltung der CDU. Der Redner betritt die Bühne: „Wie lange, verehrter Herr Bundeskanzler Schröder, wollen Sie unsere Geduld noch missbrauchen?“ ruft er in die Menge. Dabei ist derselbe gar nicht
anwesend, macht wahrscheinlich anderswo selbst Wahlkampf und hat vielleicht sogar eine ganz ähnliche Frage gestellt. Aber – handelt es sich überhaupt um eine richtige Frage? Natürlich nicht wirklich, vielmehr handelt es sich hier um eine rhetorische Figur: nämlich um die berühmte rhetorische Frage. Wer ist der wahre Adressat dieser rhetorischen Frage? Die Antwort ist natürlich klar: das Publikum. Genauer gesagt: die Menschen, die unser CDU-Redner in seinem Wahlkampf ansprechen und überzeugen will. Und dazu gehört Herr Schröder selbst ganz sicher nicht. Damit können wir bereits festhalten: Die rhetorische Frage kann keine echte Frage sein, denn ansonsten wäre ja tatsächlich Herr Schröder angesprochen, und man würde von ihm persönlich eine Antwort erwarten. Weil wir nun wissen, dass unser Beispielredner zur CDU gehört und darum das Ziel einer Abwahl der rot-grünen Koalition verfolgt, können wir uns sicher sein, dass er davon überzeugt ist: Der Bundeskanzler missbraucht schon viel zu lange unsere Geduld, und verehrungswürdig ist er schon gar nicht. Genau diese Botschaft will unser Redner an den Mann bringen – eine Meinung, eine Aussage nämlich. Doch urteilen Sie selbst, in welcher Form diese Aussage am besten auf ein Publikum wirkt. Die rhetorische Frage ist nichts anderes als eine raffiniertere Variante eines Aussagesatzes.
Die suggestive Wirkung der subjektiven Aussage wird also verstärkt, wenn sie in eine rhetorische Frage-Form gebracht wird: Einer Aussage kann man in der Regel sehr einfach zustimmen oder sie auch ablehnen, während
sie jedoch in der neuen Frageform eine bestimmte Deutung oder Meinung impliziert. „Wie lange, verehrter Herr Bundeskanzler Schröder, wollen Sie unsere Geduld noch missbrauchen?“ Im Wahlkampf wäre das sicherlich eine
gute „Frage“. Überdies ist diese „Frage“ bereits ziemlich alt: Schon Marcus Tullius Cicero hat sie in der Antike als Staatsanwalt im berühmten Veruntreuungsprozess gegen Catalina in fast identischer Form gestellt, als er sein Plädoyer eröffnete. Catalina verlor den Prozess – und wurde verbannt…
Sie sind nicht vom BKA – keine Verhör-Situation schaffen
Was für fast alle Kommunikations-Strategien und auch für alle rhetorischen Stilmittel gültig ist, gilt natürlich auch hier: Übertreiben Sie es bitte nicht. Vergessen Sie nicht, auch ihrerseits Stellung zu beziehen und eigene Standpunkte zu verdeutlichen. Andernfalls verwirren Sie Ihr Gegenüber und mindern seine Bereitschaft, auf Ihre Fragen zu antworten.
Noch Fragen? - Gerne!
Ihr MODERATIO-Team
© MODERATIO 2010
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Josef W. Seifert
Halten Sie noch Monologe oder präsentieren Sie schon?
Nachrichtensprecher sind dazu verdammt Monologe zu halten. Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Präsentation
so aussieht? Nein, das können sie natürlich nicht. Aber aus welchem Grund nicht? Die SprecherInnen sind doch sehr professionell, oder? Was also fehlt dem Sprecher?
Was fehlt, sind schlicht die Menschen, nichts kommt zurück, kein Blick, kein Lächeln, kein Lacher, kein Beifall ...
es fehlen schlicht und ergreifend die „Gesprächspartner“. Diese sind in jedem Gespräch das Korrektiv, an dem
der Sprecher, wenn er klug ist, seine Beiträge für eine erfolgreiche Kommunikation ausrichtet. Machen Sie deshalb Ihre Präsentationen gezielt zu Dialogen! Nutzen Sie die Möglichkeit mit Ihrem Auditorium direkt zu kommunizieren!
A) Nutzen Sie den virtuellen Dialog mit Ihren Teilnehmern zur Vorbereitung!
Fragen Sie sich manchmal, aus welchem Grund Ihre Teilnehmer an Ihrer Präsentation teilnehmen? Fragen Sie sich, was sie erwarten? ...oder, was sie gerade nicht erwarten? Sollten Sie aber! Denn durch diesen „virtuellen Dialog“
mit Ihrem künftigen Auditorium erfahren Sie, was Ihre Präsentation beinhalten muss und was weg bleiben kann.
Sie erfahren, wodurch und womit Sie die Leute begeistern können und Ihr Präsentationsziel sicher erreichen.
Starten Sie deshalb die Vorbereitung Ihrer Präsentation mit einem „virtuellen Interview“ Ihres Auditoriums!
B) Sprechen Sie mit Ihrem Auditorium so, als ob dieses Fragen gestellt hätte!
Wissen Sie, welche Auswirkungen genmanipulierte Nahrung auf den menschlichen Organismus hat? O.k., ich weiß
es auch nicht. Aber welche Wirkung diese Frage auf Sie hatte, das weiß ich. Sie hat Sie aufmerksam und neugierig gemacht, auf das, was danach kommt – stimmt´s? Und genau diesen Effekt sollten Sie für Ihre Präsentationen nutzen. Gliedern sie durch Fragen! Bauen Sie einen Präsentationsdialog durch rhetorische Fragen auf, der die Aufmerksamkeit der Gäste bindet und sie zu Reaktionen auf Ihre Ausführungen zwingt.
Achten Sie auf das Feedback der Menschen: Was sagen die Leute, was sagen ihre Mimik und Gestik? Fragen Sie
sich anhand der Reaktionen, ob Sie zu genau, sprich langatmig oder zu dynamisch, sprich zu schnell sind, ob
Details näherer Erläuterung bedürfen oder ob Sie doch besser eine „Abkürzung“ nehmen sollten ... Durch diesen Dialogcharakter können Sie bei Bedarf unmittelbar „nachregeln“!
C) Fragen Sie nach Fragen!
Fragen Sie am Ende Ihrer Präsentation nach Fragen seitens der Anwesenden und bauen Sie so den Dialogcharakter Ihres Auftritts aus. Nutzen sie die Gelegenheit, mit einzelnen zu sprechen und Aspekte zu erläutern, die in Ihrem Beitrag zu kurz gekommen sind. Bauen Sie unmittelbar gute Beziehungen auf oder bestehende aus, ein Zusatznutzen auf den Sie im Präsentationsdialog nicht verzichten sollten!
Noch Fragen? - Gerne!
Ihr Josef W. Seifert
© MODERATIO 2010